
Was kostet eine WG im Monat? Realistisch kalkulieren
Miete, Nebenkosten, Strom, Internet und Haushaltskasse: Was ein WG-Zimmer im Monat wirklich kostet, mit kompletter Beispielrechnung für eine WG zu dritt.
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Das Zimmer kostet 420 Euro. Das steht im Inserat, das steht im Untermietvertrag, und damit rechnet fast jede Person, die zum ersten Mal in eine WG zieht. Am Ende des ersten Monats sind es dann 490 Euro, weil noch Strom, Internet, Rundfunkbeitrag und die Kasse für Spülmittel und Klopapier dazukamen.
Dieser Artikel rechnet einmal komplett durch, was eine WG im Monat tatsächlich kostet: welche Blöcke es gibt, welche Beträge realistisch sind, wie stark die Stadt den Preis bestimmt und was beim Einzug einmalig fällig wird. Am Ende steht eine Beispielrechnung für eine WG zu dritt, die ihr auf eure eigene Wohnung übertragen könnt.
So viel kostet ein WG-Zimmer im Monat
Ein WG-Zimmer kostet in Deutschland zwischen etwa 330 und 900 Euro im Monat, je nach Stadt. Das ist die Warmmiete. Darauf kommen unabhängig vom Ort noch einmal rund 60 bis 80 Euro pro Person für die laufenden Kosten, die nicht über die Vermietung laufen.
Die Rechnung in vier Blöcken:
- Warmmiete für das Zimmer, also Kaltmiete plus anteilige Nebenkostenvorauszahlung. Der mit Abstand größte Posten und der einzige, der stark von der Stadt abhängt.
- Versorgung, also Strom, Internet und Rundfunkbeitrag. Zusammen rund 145 Euro im Monat für die ganze WG, das sind bei drei Personen knapp 50 Euro pro Kopf.
- Haushaltskasse für alles, was alle nutzen: Putzmittel, Toilettenpapier, Spülmittel, Öl, Salz, Kaffee. Realistisch 15 bis 25 Euro pro Person.
- Persönliches, vor allem Lebensmittel. 250 bis 350 Euro pro Person, je nach Kochverhalten.
Als Faustregel für das Gesamtbudget: Warmmiete des Zimmers plus 70 Euro ergibt die reinen Wohnkosten. Wer wissen will, was der Monat insgesamt kostet, rechnet noch einmal rund 300 Euro für Lebensmittel und Persönliches dazu.
Einmalig beim Einzug kommen rund 1.400 bis 4.200 Euro zusammen, hauptsächlich Kaution und Möbel.
Was gehört alles zu den WG-Kosten?
Die Verwirrung entsteht fast immer an derselben Stelle: In einem Inserat steht eine Zahl, aber diese Zahl bedeutet je nach Anbieter etwas völlig anderes. Deshalb zuerst die Begriffe.
Kaltmiete. Die reine Miete für die Fläche, ohne jede Nebenkosten. Diese Zahl steht im Mietvertrag und ist die Grundlage für die Kaution, die höchstens drei Monatsmieten ohne Betriebskosten betragen darf (§ 551 BGB).
Nebenkostenvorauszahlung. Ein monatlicher Abschlag an die Vermietung für Heizung, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Hausreinigung, Gartenpflege, Gebäudeversicherung, Grundsteuer und Hausmeisterdienst. Welche Posten die Vermietung überhaupt umlegen darf, legt die Betriebskostenverordnung (§ 2 BetrKV) fest. Einmal im Jahr wird abgerechnet, und dabei kommt entweder eine Nachzahlung oder eine Erstattung heraus.
Warmmiete. Kaltmiete plus Nebenkostenvorauszahlung. Das ist die Zahl, die monatlich an die Vermietung überwiesen wird, und in den meisten WG-Inseraten ist genau sie gemeint.
Laufende Kosten außerhalb der Miete. Strom, Internet und Rundfunkbeitrag laufen fast immer über eigene Verträge der WG, nicht über die Vermietung. Sie tauchen in der Warmmiete also nicht auf, sind aber jeden Monat fällig.
Haushaltskasse. Der Topf für alles, was gemeinsam verbraucht wird. Er steht in keinem Vertrag, wird aber in jeder funktionierenden WG geführt.
Nur die Summe aus allen fünf Punkten ist der Betrag, den ein WG-Zimmer wirklich kostet. Wer nur auf die Warmmiete schaut, unterschätzt die monatliche Belastung um rund 15 Prozent.
Block 1: Warmmiete, und warum die Stadt fast alles entscheidet
Die Miete ist der einzige Kostenblock, der zwischen zwei WGs um den Faktor zwei auseinanderliegen kann. Strom, Internet und Haushaltskasse kosten in Bochum ungefähr dasselbe wie in München, die Miete nicht.
| Stadt | Warmmiete für ein WG-Zimmer |
|---|---|
| München | 750 bis 900 Euro |
| Frankfurt am Main | 580 bis 680 Euro |
| Berlin | 600 bis 700 Euro |
| Hamburg | 600 bis 700 Euro |
| Köln | 590 bis 690 Euro |
| Stuttgart | 520 bis 620 Euro |
| Düsseldorf | 500 bis 600 Euro |
| Münster | 450 bis 550 Euro |
| Leipzig | 380 bis 480 Euro |
| Dresden | 350 bis 450 Euro |
| Bochum und Ruhrgebiet | 330 bis 430 Euro |
Für München, Frankfurt, Berlin, Hamburg und Köln orientieren sich die Spannen am Median der Auswertung des Moses Mendelssohn Instituts mit WG-Gesucht.de zum Wintersemester 2026/27: 850 Euro in München, je 650 Euro in Berlin und Hamburg, 640 Euro in Köln und 630 Euro in Frankfurt, bundesweit rund 510 Euro für ein Zimmer in einer WG mit zwei bis drei Personen (Moses Mendelssohn Institut). Die übrigen Zeilen sind eigene Schätzungen, Stand September 2026. Wichtig beim Vergleich: In den Inseraten dieser Auswertung sind Strom und Internet überwiegend schon enthalten. Steht beides im Inserat drin, fällt ein Teil von Block 2 weg.
Drei Dinge verschieben die Werte im Einzelfall deutlich:
- Der Zeitpunkt. In Universitätsstädten steigen die Preise vier bis sechs Wochen vor Semesterbeginn spürbar, weil dann alle gleichzeitig suchen. Wer im Februar oder im Mai sucht, zahlt für dasselbe Zimmer weniger.
- Möbliert oder nicht. Ein möbliertes Zimmer mit kurzer Laufzeit kostet oft 100 bis 200 Euro mehr im Monat. Das rechnet sich nur bei Aufenthalten unter einem Jahr.
- Die Zimmergröße. In der Tabelle steht ein Durchschnitt. In derselben WG kann das große Zimmer mit Balkon 120 Euro über dem kleinsten liegen, und genau das ist auch fair.
Wie sich die Gesamtmiete sauber auf ungleich große Zimmer verteilt, steht ausführlich in WG-Miete berechnen: Formel und Beispiele für die faire Aufteilung. Wer nur schnell eine Zahl braucht, trägt Gesamtmiete, Zimmergrößen und Gemeinschaftsfläche in den WG-Rechner: Miete nach Zimmergröße berechnen ein.
Block 2: Strom, Internet und Rundfunkbeitrag
Diese drei Posten sind der Grund, warum die tatsächlichen Kosten regelmäßig über der Warmmiete liegen. Sie sind planbar, aber sie werden beim Einzug fast immer vergessen.
Strom: rund 80 bis 100 Euro im Monat für die WG. Eine WG zu dritt verbraucht typischerweise 2.400 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr, der Stromspiegel nennt für drei Personen im Mehrfamilienhaus durchschnittlich 2.400 Kilowattstunden (Stromspiegel). Private Haushalte zahlten im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt 40,55 Cent je Kilowattstunde (Destatis), damit landet der monatliche Abschlag bei 80 bis 100 Euro. Deutlich mehr wird es, wenn das Warmwasser elektrisch über einen Durchlauferhitzer oder Boiler erzeugt wird: Für drei Personen im Mehrfamilienhaus steigt der Durchschnitt dann laut Stromspiegel von 2.400 auf 3.500 Kilowattstunden im Jahr. Ob das der Fall ist, steht in der Wohnungsbeschreibung oder lässt sich in zehn Sekunden im Bad klären.
Internet: 30 bis 45 Euro im Monat. Ein normaler Anschluss mit ausreichend Bandbreite für drei bis vier Personen liegt in diesem Bereich. Achtet auf die Vertragslaufzeit: Zwei Jahre sind in einer WG mit wechselnder Belegung eine lange Zeit, und der Vertrag läuft auf eine einzelne Person.
Rundfunkbeitrag: einmal pro Wohnung, nicht pro Person. Das ist der am häufigsten falsch verstandene Posten. Der Beitrag liegt derzeit bei 18,36 Euro im Monat und wird für die Wohnung erhoben, nicht für jede Person darin (Beitragsservice: Informationen für Studierende). Eine WG meldet also eine Person an, und alle anderen erstatten ihren Anteil über die gemeinsame Kasse. Prüft den aktuellen Betrag beim Beitragsservice, er wird in Abständen angepasst. Wer BAföG bezieht und nicht bei den Eltern wohnt, kann sich befreien lassen. Die Befreiung gilt aber nicht für andere Mitbewohner, deshalb sollte dann eine andere Person in der WG die Anmeldung übernehmen.
Zusammen sind das rund 145 Euro im Monat, bei drei Personen also knapp 50 Euro pro Kopf.
Block 3: Die Haushaltskasse
Der kleinste Block und der, der am zuverlässigsten für Ärger sorgt. In die gemeinsame Kasse gehört alles, was niemand einer einzelnen Person zuordnen kann.
- Toilettenpapier, Küchenrolle, Müllbeutel
- Spülmittel, Spülmaschinentabs, Waschmittel
- Putzmittel, Schwämme, Lappen
- Grundvorräte wie Öl, Essig, Salz, Gewürze, Mehl, Zucker
- Kaffee und Tee, falls alle davon nehmen
- Ersatz für Kleinkram, der kaputtgeht: Glühbirnen, Batterien, eine neue Pfanne
Realistisch sind 15 bis 25 Euro pro Person und Monat. Bei einer WG zu dritt also 45 bis 75 Euro. Klingt nach wenig, summiert sich aber auf 700 Euro im Jahr, und über diese 700 Euro entsteht der meiste Frust, weil sie nie gleichmäßig verteilt anfallen. Eine Person kauft im Januar das große Waschmittel und die Küchenrolle, eine andere im März nichts.
Zwei Wege funktionieren in der Praxis:
Bar oder als gemeinsames Konto. Jede Person zahlt zum Monatsanfang einen festen Betrag ein, alle Einkäufe für den Haushalt laufen darüber. Einfach, aber jemand muss die Kasse führen und nachhalten, wenn sie leer ist.
Jede Person zahlt, was gerade anfällt, und am Monatsende wird verrechnet. Genauer und ohne Vorkasse, funktioniert aber nur, wenn wirklich jeder Einkauf notiert wird. Genau dafür ist Schuldnix gebaut: Bon abfotografieren oder Betrag eintragen, und die WG sieht jederzeit, wer wem wie viel schuldet, ohne dass jemand eine Tabelle pflegen muss.
Welche Aufteilung für welchen Posten passt, und was ihr besser gar nicht erst in die gemeinsame Kasse legt, steht in WG-Kosten fair aufteilen: 7 Tipps, die wirklich funktionieren.
Beispielrechnung: WG zu dritt, 90 Quadratmeter
Eine Wohnung mit 90 Quadratmetern in einer mittelgroßen Stadt. Drei Zimmer mit 18, 14 und 12 Quadratmetern, dazu 46 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche für Küche, Bad, Flur und Wohnzimmer.
| Posten | Betrag im Monat |
|---|---|
| Kaltmiete | 990,00 € |
| Nebenkostenvorauszahlung inklusive Heizung | 270,00 € |
| Warmmiete | 1.260,00 € |
| Strom | 85,00 € |
| Internet | 40,00 € |
| Rundfunkbeitrag | 18,36 € |
| Haushaltskasse | 60,00 € |
| Gesamt | 1.463,36 € |
Variante A: alles zu gleichen Teilen
1.463,36 Euro geteilt durch drei ergibt 487,79 Euro pro Person. Das ist die einfachste Variante und die richtige, wenn die Zimmer ungefähr gleich groß sind.
Hier sind sie das nicht: 18 gegen 12 Quadratmeter sind ein Unterschied von 50 Prozent. Bei gleicher Teilung zahlt die Person im kleinsten Zimmer denselben Betrag wie die im größten, und das hält in der Regel kein Jahr.
Variante B: Miete nach Zimmergröße, Rest pro Kopf
Die anerkannte Methode: Die Warmmiete wird nach der anrechenbaren Fläche verteilt, also nach der eigenen Zimmergröße plus einem Drittel der Gemeinschaftsfläche. Alle übrigen Kosten teilen sich gleichmäßig, weil Strom, Internet, Rundfunkbeitrag und Haushaltskasse nichts mit der Zimmergröße zu tun haben.
Gemeinschaftsfläche pro Person: 46 geteilt durch 3 sind 15,33 Quadratmeter. Der Quadratmeterpreis der Warmmiete beträgt 1.260 Euro geteilt durch 90 Quadratmeter, also 14,00 Euro.
| Person | Zimmer | Anrechenbar | Warmmiete | Übrige Kosten | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anna | 18 m² | 33,33 m² | 466,67 € | 67,79 € | 534,46 € |
| Ben | 14 m² | 29,33 m² | 410,67 € | 67,79 € | 478,46 € |
| Clara | 12 m² | 27,33 m² | 382,67 € | 67,79 € | 450,46 € |
| Summe | 44 m² | 90,00 m² | 1.260,00 € | 203,36 € | 1.463,36 € |
Zwischen dem größten und dem kleinsten Zimmer liegen damit 84 Euro im Monat, also gut 1.000 Euro im Jahr. Genau diese Differenz ist der Grund, warum sich die kurze Rechnung vor dem Einzug lohnt.
Und was kostet der Monat wirklich?
Zu den Wohnkosten kommen die persönlichen Ausgaben. Wer überwiegend selbst kocht, liegt bei 250 bis 300 Euro im Monat für Lebensmittel, bei häufigem Essengehen oder Lieferdiensten deutlich darüber. Für Ben mit 478,46 Euro Wohnkosten heißt das:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Wohnen inklusive aller Nebenkosten | 478,46 € |
| Lebensmittel und Drogerie | 280,00 € |
| Fixes Monatsbudget | 758,46 € |
Alles Weitere, also Handyvertrag, Versicherungen, Nahverkehr, Hobbys und Kleidung, kommt privat obendrauf und hat mit der WG nichts zu tun.
Einmalige Kosten beim Einzug
Der Teil, der die meisten Umzugsbudgets sprengt, weil er auf einen Schlag fällig wird.
| Posten | Realistischer Rahmen |
|---|---|
| Kaution, zwei bis drei Kaltmieten anteilig | 730 bis 1.100 € |
| Ablöse für übernommene Möbel | 0 bis 500 € |
| Eigene Möbel: Bett, Schreibtisch, Schrank, Lampe | 300 bis 1.500 € |
| Umzug mit Transporter oder Spedition | 100 bis 600 € |
| Rücklage für die erste Nebenkostenabrechnung | 300 bis 500 € |
| Summe | 1.430 bis 4.200 € |
Bei der Beispiel-WG oben entfallen auf Annas Zimmer rund 367 Euro Kaltmiete, zwei Kaltmieten Kaution sind also etwa 733 Euro.
Drei Hinweise dazu:
- Die Kaution gehört dokumentiert. In einer WG zahlt die einziehende Person die Kaution häufig direkt an die ausziehende, nicht an die Vermietung. Ohne schriftliche Bestätigung ist im Zweifel nicht mehr nachvollziehbar, wer wem was gezahlt hat. Eine kurze Notiz mit Datum, Betrag und beiden Unterschriften genügt.
- Die Rücklage ist Pflicht, nicht Kür. Die erste Nebenkostenabrechnung kommt spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums (§ 556 Abs. 3 BGB) und fällt bei zu niedrig angesetzten Vorauszahlungen unangenehm aus. Wie ihr sie prüft und fair auf wechselnde Belegung verteilt, erklärt WG-Nebenkostenabrechnung: Schritt für Schritt erklärt.
- Maklerprovision ist bei WG-Zimmern die Ausnahme. Wer über ein Portal direkt bei den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern mietet, zahlt keine. Und selbst wenn die ganze Wohnung neu über eine Maklerin oder einen Makler angemietet wird, darf die Provision von Wohnungssuchenden nur verlangt werden, wenn sie den Makler selbst beauftragt haben (§ 2 Abs. 1a WoVermittG).
Sechs Fehler, die die WG teuer machen
Die Nebenkostenvorauszahlung ist zu niedrig angesetzt. Manche Vermietungen halten den Abschlag bewusst klein, damit die Warmmiete im Inserat attraktiv aussieht. Fragt vor dem Einzug nach der letzten Abrechnung. Liegt die Vorauszahlung unter 2,50 Euro je Quadratmeter, ist eine Nachzahlung wahrscheinlich.
Der Rundfunkbeitrag wird mehrfach gezahlt. Es kommt regelmäßig vor, dass zwei Personen in derselben Wohnung angemeldet sind. Zu viel gezahlte Beiträge lassen sich zurückfordern, aber nur, wenn es jemandem auffällt.
Der Stromvertrag läuft auf eine Person, die längst ausgezogen ist. Klärt beim Auszug, wer Strom und Internet übernimmt, und meldet den Zählerstand. Sonst haftet weiterhin jemand für eine Wohnung, in der er oder sie nicht mehr wohnt.
Gleiche Miete bei ungleichen Zimmern. Das ist beim Einzug bequem und nach einem halben Jahr der häufigste Konfliktpunkt in WGs. Rechnet es einmal richtig aus, dann ist es geklärt.
Die gemeinsamen Einkäufe werden nicht erfasst. Wer regelmäßig Waschmittel und Küchenrolle kauft, ohne dass es festgehalten wird, subventioniert die WG dauerhaft. Nach einem Jahr sind das schnell mehrere hundert Euro.
Der Stromabschlag wird nie angepasst. Zieht eine vierte Person ein oder eine dritte aus, ändert sich der Verbrauch sofort, der Abschlag aber erst mit der nächsten Jahresabrechnung. Meldet den geänderten Verbrauch aktiv, sonst kommt entweder eine hohe Nachzahlung oder die WG gibt dem Versorger monatelang ein zinsloses Darlehen.
Warmmiete plus rund 70 Euro
Eine WG kostet mehr als die Zahl im Inserat, aber deutlich weniger als eine eigene Wohnung. Für die Planung reicht eine einfache Rechnung: Warmmiete des Zimmers plus rund 70 Euro für Strom, Internet, Rundfunkbeitrag und Haushaltskasse ergibt die monatlichen Wohnkosten. Wer das Gesamtbudget wissen will, addiert 250 bis 350 Euro für Lebensmittel. Einmalig kommen beim Einzug rund 1.400 bis 4.200 Euro dazu, überwiegend Kaution und Möbel.
Zwei Entscheidungen bestimmen danach, ob die WG finanziell entspannt bleibt: Die Miete sollte nach Zimmergröße verteilt sein, nicht pauschal durch die Anzahl der Köpfe, und die gemeinsamen Einkäufe sollten irgendwo landen, wo alle sie sehen. Für den zweiten Teil braucht es keine Tabelle. In Schuldnix legt ihr eine WG-Gruppe an, tragt Einkäufe direkt beim Bezahlen ein und seht jederzeit, wer wem wie viel schuldet. Kostenlos, werbefrei und auf Servern in Deutschland.
Quellen
- Studentische Wohnkosten Wintersemester 2026/27, Moses Mendelssohn Institut, abgerufen am 25.09.2026
- Informationen für Studierende, ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, abgerufen am 25.09.2026
- Erdgas- und Stromdurchschnittspreise, Statistisches Bundesamt, abgerufen am 25.09.2026
- Stromverbrauch im Haushalt, Stromspiegel für Deutschland, abgerufen am 25.09.2026
- § 551 BGB: Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 25.09.2026
- § 556 BGB: Vereinbarungen über Betriebskosten, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 25.09.2026
- § 2 Betriebskostenverordnung, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 25.09.2026
- § 2 Wohnungsvermittlungsgesetz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 25.09.2026
Häufige Fragen
In mittelgroßen deutschen Städten liegt ein WG-Zimmer inklusive aller laufenden Nebenkosten bei etwa 450 bis 550 Euro im Monat, in München, Frankfurt, Hamburg, Köln und Berlin eher bei 650 bis 900 Euro. Auf die Warmmiete kommen unabhängig von der Stadt rund 60 bis 80 Euro pro Person für Strom, Internet, Rundfunkbeitrag und die gemeinsame Haushaltskasse. Rechnet zusätzlich mit 250 bis 350 Euro für Lebensmittel und Persönliches, dann steht das echte Monatsbudget.
In der Warmmiete stecken meist Heizung, Wasser, Müll, Hausreinigung und Grundsteuer als Vorauszahlung an die Vermietung. Separat bezahlt die WG in der Regel Strom, Internet und den Rundfunkbeitrag. Dazu kommt die gemeinsame Haushaltskasse für Putzmittel, Toilettenpapier, Spülmittel und Grundvorräte. Nicht vergessen: die jährliche Nebenkostenabrechnung kann eine Nachzahlung ergeben.
Eine WG mit drei Personen verbraucht typischerweise 2.400 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr, bei einem Warmwasserboiler auf Strombasis deutlich mehr. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis um 40 Cent je Kilowattstunde sind das rund 80 bis 100 Euro im Monat für die ganze WG, also etwa 30 Euro pro Person. Der Abschlag sollte einmal im Jahr an den tatsächlichen Verbrauch angepasst werden.
Nein. Der Rundfunkbeitrag fällt einmal pro Wohnung an, nicht pro Person. Eine WG meldet also eine Person als Beitragszahlerin an, und die anderen erstatten ihren Anteil über die gemeinsame Kasse. Wer BAföG bezieht und nicht bei den Eltern wohnt, kann sich befreien lassen. Die Befreiung gilt aber nicht für die Mitbewohner, deshalb übernimmt dann eine andere Person in der WG die Anmeldung.
Rechnet mit rund 1.400 bis 4.200 Euro. Den größten Posten macht die Kaution aus, üblich sind zwei bis drei Kaltmieten anteilig für das Zimmer, mehr als drei Kaltmieten sind gesetzlich nicht erlaubt. Dazu kommen eine mögliche Ablöse für übernommene Möbel, eigene Möbel wie Bett und Schreibtisch, der Umzug selbst und eine Rücklage für die erste Nebenkostenabrechnung. Eine Maklerprovision zahlt nur, wer die Maklerin oder den Makler selbst beauftragt hat.
In fast allen Fällen ja, weil sich Küche, Bad, Wohnzimmer, Internetanschluss, Rundfunkbeitrag und Grundausstattung auf mehrere Personen verteilen. Ein WG-Zimmer kostet in vielen Städten etwa die Hälfte einer kleinen Einzimmerwohnung am selben Ort. Der Unterschied schrumpft nur dort, wo sehr kleine Wohnungen im Verhältnis günstig sind oder ein WG-Zimmer als möbliertes Zimmer zum Kurzzeitpreis vermietet wird.
